Außenseiter
Außenseiter haben es nicht einfach. Das fängt schon im Sandkasten an und endet oft mit einer Schippe Sand im Gesicht. Und zumeist sind die Personen selbst schuld an ihrer Rolle. Nörgelnd, nervig, eingebildet, raffgierig oder einfach besserwisserisch geben sie ihren Mitspielern eine prima Vorlage sie zu brandmarken. Doch es geht noch einfacher.
Im Bus sitzend komme ich häufig an einer scheinbar für Spaßvögel mit Bierflaschen in der Hand prädestinierten Stelle vorbei und wundere mich regelmäßig über den Spaß am Betrinken und die Gelassenheit der Betrunkenen. So sitze ich mal wieder im Bus und schaue zu drei Männern hinüber, welche auf einer Treppe vor einem Brillenladen hocken. Die Treppe führt in der Mitte ein leichtes Metallgeländer; links davon sitzen zwei, rechts davon sitzt ein Mann. Optisch gesehen gehören sie offentsichtlich zusammen. Klamotte und Erscheinungsbild passen wie abgestimmt zueinander und sie scheinen gemeinsam auf etwas zu warten. Warum jedoch sitzt der eine etwas abseits?
Die Raster in meinem Kopf sind sich bereits sicher stumpfe Biertrinker auf der Treppe sitzen zu sehen, bevor meine Augen Flaschen mit Erfrischungsgetränken ausmachen. Die zwei Männer links haben jeweils eine 1 Liter PET Coca Cola Flasche vor sich stehen, der Mann rechts von ihnen nippt an einer Flasche Fanta. Tja, so schnell brandmarkt man sich selbst als Außenseiter.
Hamburg, Frühling 2009
Armes Deuschland
Sieben Menschen, zwei Reinigungswagen, ein benzinbetriebener Laubbläser und Lärm wie auf einer Großbaustelle. Soviel benötigt eine Stadtreinigung in Deutschland um mit einem übersichtlichen Laubhaufen fertig zu werden. Oder sollte ich besser sagen, soviel leistet sich eine Stadtreinigung in Deutschland?
Hamburg, Winter 2008/2009
